Als wir circa 8:30 Uhr in unserer Schulküche eintrafen, waren die anstehenden Tagesarbeiten schon in vollem Gange. Unser Küchenkoch Herr Tichopad war bereits um halb sechs in der Küche eingetroffen und machte sich direkt an die Arbeit. In seinem kleinen, gemütlich aussehenden Büro richtete er zuallererst die nötigen Rezepte für den anstehenden Tag. Danach begab er sich an seinen Computer und notierte sich die Ein- und Ausgaben des vorherigen Tages. In der Zwischenzeit trafen wir und die anderen Mitarbeiterinnen in der Küche ein. Wir wurden sehr freundlich von unserem Küchenpersonal empfangen. Zuallererst zeigte uns Herr Tichopad voller Stolz seine Küche. Von seinem Büro bis hin zu den Kühlräumen bekamen wir alles zu sehen und erhielten zu allem eine ausführliche Erklärung. Zum Beispiel sind die Kühlhäuser auf verschiedene Temperaturen heruntergekühlt – je nach darin gelagerten Lebensmitteln variiert diese Temperatur.
Bevor wir aber das Küchenpersonal tatkräftig unterstützen konnten, brauchten wir natürlich angemessene Kleidung. Wir haben Schuhe und T-Shirts bekommen. Wenn wir mit Lebensmitteln umgehen, brauchten wir unbedingt ein Haarnetz und Handschuhe, um Bakterien und sonstige Schädlinge nicht an die Lebensmittel zu übertragen. Dafür gibt es die allgemeine Hygieneregelung.
Wir lernten, dass unsere Schulküche zu 95 % auf Biolebensmitteln basiert. Diese werden von einem Biolieferanten direkt in die Schule geliefert. Morgens wird das Essen für den ganzen Tag vorbereitet. Zuallererst wird das Mittagessen gerichtet. Dazu gehören Salate, Hauptspeise und Nachtisch. Ist dies alles in Blechen und Schüsseln angerichtet, wird es wieder gekühlt – denn jetzt muss das Gebäck für den alltäglichen Pausenverkauf aufgewärmt werden. Während dieses im Ofen erwärmt wurde, bereiteten wir schon einmal die Bleche mit den kalten Lebensmitteln wie Brezeln oder Marmeladenbrötchen vor. Auch die Kasse und der Sprudel wurden schon mal an ihren Platz gebracht. Die Backwaren aus dem Ofen kamen anschließend dazu auf die Bleche, und um 10 Uhr wurde das Fenster zum Pausenverkauf geöffnet. Durchschnittlich beträgt die Einnahme durch den Pausenverkauf pro Tag – plus, minus – 140 €.
Nach dem Pausenverkauf wird gemeinsam mit den Hausmeistern unserer Schule gefrühstückt. Auch hier wurden wir sehr freundlich in die Gemeinschaft aufgenommen und durften mit allen gemeinsam frühstücken. Nach dem lustigen Beisammensitzen mussten wir alle wieder zurück an unsere Arbeit. Nun stand das Vorbereiten des anstehenden Mittagessens bevor. Das Essen musste in den Ofen geschoben und erwärmt werden, und die Salate mit dem Nachtisch sollten schön angerichtet in die Ausgabe gestellt werden. Um 12 Uhr musste alles fertig sein und das Personal startklar für die Essensausgabe. Diese beginnt nämlich zu Beginn der zweiten Pause. Jedoch treffen die meisten unserer Schüler erst gegen 14 Uhr in unserer Schulküche ein, um eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Zur Auswahl für die Schüler gibt es in der Regel immer zwei verschiedene Gerichte. Unsere Schulküche achtet sehr auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Viele würden hier fragen, weshalb es dann kein Fleisch in unserer Schulküche gibt, da es doch wichtige Inhaltsstoffe für den menschlichen Körper enthält. Auch hierauf hat unser Küchenchef eine Antwort:
„Würden wir in unserer Schulküche Fleisch anbieten, würde der Preis der Essensmarken auf 6 Euro ansteigen. Dieser Betrag ist leider nicht jeder Familie möglich, ein bis sogar fünf Tage die Woche zu bezahlen. So bleiben wir lieber ohne Fleisch – aber jedem unserer Schüler offen“, so Herr Tichopad. Herr Tichopad schuf bei seiner Übernahme der Küche eine harmonische Verbindung unseres gesamten Küchenpersonals und schaffte es, durch seine witzige und liebevolle Persönlichkeit die Beziehungen innerhalb des Teams zu stärken und weiter auszubauen.
Abschließend können wir sagen, dass dies ein schöner, aber auch lehrreicher Tag in unserer Schulküche war. Hiermit wollen wir uns bei unserer Küche und den in dieser Zeit unterrichtenden Lehrkräften bedanken, dass sie uns diese Erfahrung ermöglichten und unsere Schülerzeitung auf diese Weise unterstützten.