Ende der 9. Klasse, ab der zweiten Pfingstferienwoche, gehen alle Schülerinnen und Schüler für 3 Wochen auf ein Landwirtschaftspraktikum. Ich mache mein Landwirtschaftspraktikum auf der Alp Ober Roggenloch in den Schweizer Bergen in der Nähe vom Vierwaldstätter See. Weil ich schon immer mal auf einer Alp mithelfen wollte, habe ich mein Praktikum auf 4 Wochen verlängert und bin schon seit Pfingsten dort.
Auf der Alp Ober Roggenloch gibt es Milchkühe und Ziegen, außerdem ein Lamm und zwei Katzen. Die Alp wird von Beat Suter und seiner Frau in 4. Generation bewirtschaftet (erbaut 1886). Jeden Tag werden die Kühe morgens und abends gemolken. Am Vormittag muss die frische Milch vom Morgen und die gekühlte Milch vom Vorabend verarbeitet werden. Wir machen dort vor allem Käse, aber auch Butter und Quark.
Der Käse wird in mehreren Schritten zubereitet. Dafür wird die Milch in einem großen Kupferkessel über dem Feuer erwärmt. Durch die Zugabe von Kultur (Milchsäurebakterien), die dafür sorgt, dass der Käse später nicht schlecht wird, und Lab wird die Milch dickflüssig und es bildet sich eine gallertartige Masse. Die wird mit der Käseharfe in kleine Bröckchen geschnitten. Dann wird heißes Wasser hinzugefügt, um die Masse weiter zu erhitzen und die Käsebröckchen trennen sich von der Molke. Die Bröckchen werden dann mit einem großen Tuch aus dem Kessel gefischt und in Pressformen gefüllt. Dabei bekommt jeder Käse eine eigene Nummer, damit die Herstellung rückverfolgt werden kann. In eine Form kommen immer zwei Käse übereinander, getrennt durch eine dünne Platte. Der obere Käse drückt aus dem unteren Käse die Flüssigkeit heraus. Das ist die restliche Molke. Nach ein paar Stunden werden die Käse gewechselt.
Der fertig gepresste Käse wird mit Salz eingerieben und über Nacht in ein Salzbad gelegt. Jeden Tag wird der gestrige Käse aus der Salzlake genommen und in ein Regal geräumt, so dass Platz für den neuen Käse ist. Im Raum ist es schön kühl und dunkel, damit der Käse in Ruhe zu richtigem Käse werden kann. Denn neben den Zutaten Milch, Kultur und Lab, sowie der Salzlake, sind für die Herstellung von Käse auch Ruhe und Zeit wichtig. Erst dadurch kann der Käse reifen und seinen Geschmack entwickeln. Je länger der Käse reift, desto würziger schmeckt er. Auch die vielen Kräuter auf den Alpwiesen sind wichtig und machen den Käse einzigartig.
Auf der Alp machen wir Raclettekäse, Alpkäse und Bergkäse.
Meine weiteren Aufgaben im Praktikum sind:
Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen und bin gespannt, was meine Klassenkameraden von ihrem Praktikum berichten.
Ich habe mir als kleines Reisetagebuch einen WhatsApp Kanal erstellt (suche: Landwirtschaftspraktikum 2025) und berichte dort immer wieder von meiner Arbeit. Und hier findet man weitere Infos zur Alp Ober Roggenloch: https://whatsapp.com/channel/0029VbAjhRCKQuJJPc1KeP1G